Eine Frage stellt jeder Händler: „Was muss ich einplanen?" Hier die Antwort in Zahlen, getrennt nach drei Dingen, die man nicht vermischen darf: staatliche Pflichten (Registrierung und Mengenmeldung im Verpackungsregister LUCID – kostenlos), Lizenzentgelt an das duale System (abhängig von Kilogramm und Material) und Dienstleister: der Bevollmächtigte ist Pflicht, wenn Sie keine Niederlassung in Deutschland haben; alle anderen Leistungen sind freiwillig. Alle Preise netto, geprüft am 8. Oktober 2026.
Verpackungs-EPR in Deutschland – die Kosten 2026 auf einer Seite
| Kostenposten | Typischer Preis | Pflicht? |
|---|---|---|
| LUCID-Registrierung (ZSVR) | 0 € | Ja |
| Mengenmeldung in LUCID | 0 € | Ja |
| Systembeteiligung: Lizenzentgelt | nach Gewicht und Material, Marktdurchschnitt 2026: ≈ 0,26 €/kg Papier, ≈ 1,17 €/kg Kunststoff | Ja |
| Mindestentgelt des dualen Systems | ≈ 12–89 €/Jahr je nach System | Ja, wenn die Menge unter der Schwelle liegt |
| Bevollmächtigter in Deutschland | ab ≈ 55 €/Jahr; je nach Menge und Leistungsumfang auch deutlich mehr | Nur für Unternehmen ohne Niederlassung in Deutschland |
| Dienstleister für Registrierung und Beteiligung | ≈ 170–300 €/Jahr + Lizenzentgelt | Nein |
| Full-Service für größere Unternehmen | individuell, mehrere hundert bis mehrere tausend €/Jahr | Nein |
Alle Preise sind Marktrichtwerte, keine staatlichen Tarife. Einen „offiziellen EPR-Preis" gibt es in Deutschland nicht: Das Lizenzentgelt legt jedes duale System selbst fest.
1. Wofür Sie genau zahlen
1. LUCID-Registrierung – 0 €. Die Zentrale Stelle Verpackungsregister (ZSVR) bestätigt offiziell: Die Registrierung ist für alle Unternehmen kostenlos.
2. Systembeteiligung – Lizenzentgelt pro Kilogramm. Die einzige Pflichtzahlung. Sie zahlen an eines der 10 zugelassenen dualen Systeme pro Kilogramm Verpackung, getrennt nach Material. Dazu kann ein Mindest- oder Grundentgelt pro Jahr kommen.
3. Mengenmeldung – 0 €. Die Mengen melden Sie selbst: an das duale System und in LUCID. Der Staat verlangt dafür nichts.
4. Bevollmächtigter – nur ohne Niederlassung in Deutschland. Seit 12. August 2026 Pflicht für ausländische Unternehmen, die direkt an deutsche Verbraucher verkaufen. Eine Leistung privater Anbieter zu Marktpreisen.
5. Dienstleister oder Berater – freiwillig. Übernimmt die Abwicklung, beantwortet Fragen, teils auch die Meldungen. Ersetzt weder die Registrierung noch das Lizenzentgelt.
6. Weitere EPR-Pflichten – falls zutreffend. Elektrogeräte (WEEE), Batterien (BattG), Einwegkunststoff (EWKFondsG) – eigene Register, eigene Entgelte.
2. Lizenzentgelt: Preise pro Kilogramm nach Material
| Material | Marktdurchschnitt 2026, netto | Veränderung zu 2025 | Beispiele |
|---|---|---|---|
| Glas | günstigste Fraktion | ≈ +24 % | Flaschen, Gläser |
| Papier, Pappe, Karton | ≈ 0,26 €/kg | — | Versandkartons, Faltschachteln, Papierpolster |
| Eisenmetalle, Weißblech | ≈ 1,10 €/kg | ≈ +12 % | Dosen, Deckel |
| Aluminium | ≈ 1,12 €/kg | ≈ +12 % | Dosen, Tuben, Folien |
| Getränkekarton | ≈ 1,13 €/kg | ≈ +10 % | Tetra Pak |
| Sonstige Verbunde | ≈ 1,16 €/kg | ≈ +8 % | beschichteter Karton |
| Kunststoff | ≈ 1,17 €/kg | ≈ +9 % | Folien, Luftpolster, Klebeband, Beutel |
Durchschnittswerte über die dualen Systeme laut Marktübersicht von verpackungslizenz24.de (Stand August 2026). Der konkrete Preis Ihres Systems kann darüber oder darunter liegen – Online-Shops für kleine Mengen sind in der Regel teurer als Verträge für Großkunden. 2026 sind die Entgelte im Schnitt um 11,7 % gestiegen und liegen rund 42 % über 2020. Gründe: höhere Sammelkosten in den neuen Ausschreibungen, niedrigere Erlöse für Altpapier und Rezyklate, steigende Recyclingquoten. Seit 1. Januar 2026 gilt der ZSVR-Mindeststandard zur Recyclingfähigkeit: Monomaterial und Papier werden tendenziell günstiger, schlecht recycelbare Verpackungen teurer. Liegt Ihre Menge unter der Schwelle, kommt das Mindestentgelt hinzu – ein Vergleich nur nach €/kg greift daher zu kurz.
3. Duale Systeme: Online-Shops im Vergleich
Alle 10 zugelassenen Systeme sind rechtlich gleichwertig. Unterschiede gibt es bei Preis pro kg, Mindestentgelt, Vertragslaufzeit und Kündigungsfrist.
| Online-Shop (System) | Mindestpreis pro Jahr, netto | Laufzeit | Kündigungsfrist |
|---|---|---|---|
| activate (Reclay) | ab ≈ 12 € pro Bestellung | keine Bindung | — |
| EASY-LIZE (EKO-PUNKT) | 23,90 € | 1 Jahr | 3 Monate |
| Verpackung-Direkt (Noventiz) | 35 € | 1 Jahr | 4 Monate |
| VerpackGo (Der Grüne Punkt) | 36 € | 1 Jahr | 3 Monate |
| Lizenzero (Interzero) | 39 € | 1 Jahr | 3 Monate |
| EASyShop (Landbell) | 50 € | 2 Jahre | 6 Monate |
| Zmart (Zentek) | 59 € | 1 Jahr | 3 Monate |
| PreZero Dual | ≈ 79 € | 1 Jahr | 3 Monate |
| BellandVision | 89 € | 1 Jahr | 4 Monate |
- Reclay activate: Prepaid, bis zu 25 % Frühbucherrabatt; nicht genutztes Guthaben verfällt zum 31.12.
- Der Grüne Punkt: Mengengutschrift bis 10 % möglich.
- Lizenzero: Mengenkorrektur bis 31.08.
- Recycling Dual: wird seit Juli 2026 über EASY-LIZE lizenziert.
Mindestpreise laut Anbietern und Vergleichsportalen, Stand Mai–Oktober 2026. Bei Kleinstmengen (bis ≈ 50–100 kg) ist meist Reclay activate am günstigsten; bei größeren Mengen oder viel Kunststoff überholen oft die Modelle mit festem Mindestpreis. Bei gleichen Mengen kann das teuerste System fast doppelt so viel kosten wie das günstigste. Den genauen Preis für Ihre Mengen zeigen unabhängige Vergleichsrechner in einer Minute: verpackungslizenz24.de und verpackungslizenz-vergleich.de. Vorsicht bei Zwischenhändlern: Dieselbe Lizenz kann dort deutlich teurer sein als direkt beim System.
4. Anbieter wechseln und sparen: Kündigungsfrist im Blick
Die meisten Verträge verlängern sich automatisch – auch zu neuen Preisen. Wer für das nächste Jahr zu einem günstigeren System wechseln will, muss rechtzeitig kündigen. Bei Verträgen zum Kalenderjahresende gilt:
- 3 Monate (die meisten Systeme): Kündigung bis 30. September
- 4 Monate (Noventiz, BellandVision): bis 31. August
- 6 Monate (Landbell): bis 30. Juni – bei 2 Jahren Laufzeit
Tipp: Tragen Sie die Kündigungsfrist in den Kalender ein und vergleichen Sie jeden Sommer die Preise für das Folgejahr. Nach einem Wechsel tragen Sie das neue System in LUCID ein.
5. So ermitteln Sie Ihr Verpackungsgewicht
- Wiegen Sie jeden Bestandteil einzeln: Karton, Folie, Füllmaterial, Klebeband. Eine Küchenwaage genügt.
- Notieren Sie das Gewicht in Kilogramm mit drei Nachkommastellen, z. B. 0,152 kg.
- Multiplizieren Sie mit der Zahl der Sendungen pro Jahr.
- Addieren Sie nach Material.
Amazon FBA: Sie lizenzieren auch den Versandkarton, in dem Amazon Ihre Ware an den Kunden schickt – nicht nur die Produktverpackung.
6. Dienstleister und Bevollmächtigte: reale Preise
Hier entsteht die meiste Verwirrung. Ein Dienstleister berechnet eine Leistung – Vertretung, Abwicklung, Beratung. Das Lizenzentgelt pro Kilogramm entfällt dadurch nicht: Das zahlen Sie an das duale System, direkt oder über den Dienstleister.
- TBA Global: Bevollmächtigter + Registrierung + Jahresentgelt für die Systembeteiligung (23 Länder) – ≈ 100 €/Jahr. Lizenzentgelt nicht enthalten (wird separat nach tatsächlichem Gewicht abgerechnet).
- AuthoriseMe: Bevollmächtigter + Lizenzierung – ≈ 300 €/Jahr. Lizenzentgelt bis 100 kg Verpackung enthalten.
- BellaCocool GmbH: Abwicklung von Registrierung und Systembeteiligung; Beratung, auch zu Elektrogeräten und Batterien; über 10.000 Kunden – ≈ 170 €/Jahr. Lizenzentgelt nicht enthalten.
- Deutsche Recycling, Landbell, take-e-way, Lizenzero.eu: Bevollmächtigter, Full-Service, mehrere Länder – Preis auf Anfrage (individuelle Kalkulation für größere Unternehmen).
Die LUCID-Registrierung kann nicht delegiert werden. Auch mit Bevollmächtigtem muss sich das Unternehmen selbst in LUCID registrieren. Der Bevollmächtigte übernimmt Systembeteiligung, Meldungen und die Rolle des Ansprechpartners für die ZSVR. Marktspanne 2026: Bevollmächtigter ab ≈ 55 €/Jahr. Viele Anbieter rechnen nach Verpackungsmenge ab (z. B. ≈ 270 € je 100 kg) – bei größeren Mengen oder mit Zusatzleistungen kann der Preis deutlich höher liegen. Fragen Sie immer nach, was im Preis enthalten ist. Preise geprüft am 8. Oktober 2026; die genannten Firmen sind Beispiele aus der Praxis, den Anbieter wählen Sie selbst.
7. Was sich in Deutschland am 12. August 2026 geändert hat
- Die PPWR (EU-Verordnung 2025/40 über Verpackungen und Verpackungsabfälle) gilt. Sie wirkt unmittelbar in allen EU-Ländern und stellt Anforderungen an die Verpackung selbst: Zusammensetzung, Kennzeichnung, Konformitätserklärung.
- Das VerpackDG ist in Kraft – das deutsche Durchführungsgesetz zur PPWR. Es löst das VerpackG ab, behält aber dessen Kern: LUCID-Register, duale Systeme, Lizenzentgelt, Meldungen.
- Was gleich geblieben ist: Die LUCID-Registrierung ist kostenlos und Pflicht, die Systembeteiligung ist Pflicht, Amazon und andere Marktplätze sperren nicht registrierte Händler.
- Was sich für ausländische Unternehmen geändert hat: Ein Unternehmen ohne Niederlassung in Deutschland, das direkt an deutsche Verbraucher verkauft, muss einen Bevollmächtigten mit Sitz in Deutschland benennen und in LUCID bestätigen. Das gilt für Unternehmen aus der EU genauso wie aus China oder den USA – entscheidend ist nicht das Land, sondern die fehlende deutsche Niederlassung. Unternehmen mit Niederlassung in Deutschland brauchen keinen Bevollmächtigten.
- Neue Herstellerrolle: Durch die neue Herstellerdefinition hat sich bei manchen Unternehmen geändert, wer lizenzieren muss – etwa bei Eigenmarken und Importeuren. Bestehende Systembeteiligungen nach altem Recht gelten nach § 68 Abs. 1 VerpackDG längstens bis 31.12.2026. Hat sich Ihre Rolle geändert, prüfen Sie, ob die Systembeteiligung für 2027 auf das richtige Unternehmen läuft.
8. Rechenbeispiele nach Mengen
Die Plattform – Amazon, Etsy, eBay oder eigener Shop – spielt für den Preis keine Rolle. Entscheidend sind Kilogramm und Material. Gerechnet mit ≈ 0,20–0,32 €/kg Papier und ≈ 1,10–1,65 €/kg Kunststoff.
| Beispiel | Menge pro Jahr | Lizenzentgelt | Mindestentgelt / Bevollmächtigter | Summe pro Jahr |
|---|---|---|---|---|
| 1. Kleinsthändler, deutsches Unternehmen | 40 kg Karton + 10 kg Kunststoff | ≈ 19–29 € | Mindestentgelt ≈ 12 € (Reclay), 59 € (Zmart) bis 89 € (BellandVision) | ≈ 19–89 € |
| 2. Kleiner Händler, deutsches Unternehmen | 400 kg Karton + 100 kg Kunststoff | ≈ 190–295 € | — | ≈ 190–295 € |
| 3. Ausländisches Unternehmen ohne Niederlassung | 320 kg Karton + 80 kg Kunststoff | ≈ 150–235 € | Bevollmächtigter ab ≈ 55 €, oft 170–350 € und mehr (Pflicht seit 12.08.2026) | ab ≈ 205 €, häufig 320–600 € |
| 4. Mittlerer Händler | 2.400 kg Karton + 600 kg Kunststoff | ≈ 1.140–1.760 € | — | ≈ 1.140–1.760 € |
| 5. Großer Händler | 8.000 kg Karton + 2.000 kg Kunststoff | ≈ 3.800–5.860 € | Verhandlungstarife, Betreuung | ab ≈ 3.800 € (individuell meist günstiger) |
Beispiele für Amazon-FBA-Händler
Annahme pro Paket: Versandkarton 150 g, Papierpolster 20 g, Folie und Klebeband 20 g. Eigene Beispielrechnung – wiegen Sie Ihre Verpackung selbst.
| Pakete pro Jahr | Papier/Karton | Kunststoff | Lizenzentgelt geschätzt |
|---|---|---|---|
| 1.000 | 170 kg | 20 kg | ≈ 56–87 € |
| 5.000 | 850 kg | 100 kg | ≈ 280–440 € |
| 20.000 | 3.400 kg | 400 kg | ≈ 1.120–1.750 € |
Produktverpackungen kommen hinzu. Ein Dienstleister für die Abwicklung (freiwillig) kostet zusätzlich ≈ 170–300 € pro Jahr. Ab ≈ 2.000 kg lohnt es sich, beim dualen System einen individuellen Tarif anzufragen.
9. Weitere Kosten, die oft vergessen werden
- Vollständigkeitserklärung: Pflicht ab mehr als 80.000 kg Glas, 50.000 kg Papier/Pappe/Karton oder 30.000 kg Leichtverpackungen (Kunststoff, Metall, Verbunde) pro Jahr; Abgabe bis 15. Mai. Die Prüfung durch einen registrierten Prüfer kostet als Faustregel ≈ 2.500–3.000 €.
- Einwegkunststofffonds: eigene Abgabe für bestimmte Einwegkunststoffprodukte, z. B. Tüten- und Folienverpackungen 0,876 €/kg, To-go-Lebensmittelbehälter 0,177 €/kg, Getränkebecher 1,236 €/kg. Jährliche Meldung über DIVID – zusätzlich zur Verpackungslizenz.
- B2B- und Transportverpackungen: nicht systembeteiligungspflichtig, aber mit Rücknahmepflicht – über Branchenlösungen oder Rücknahmeverträge, deutlich günstiger als Haushaltstarife.
10. Was 2027 kommt
- Ökomodulation: Entgelte sollen nach Recyclingfähigkeit und Rezyklateinsatz gestaffelt werden (§ 26a VerpackDG), angestrebt für 2027. Die nötige Rechtsverordnung liegt noch nicht vor. Wahrscheinlich: schlecht recycelbare Verpackungen teurer, Monomaterial und Papier relativ günstiger.
- Kunststoffverpackungsteuer: Ein Entwurf der Koalitionsfraktionen sieht 550 € je Tonne Kunststoff ab 1. Juli 2027 vor. Noch nicht beschlossen. Käme sie, wären das rund 0,55 €/kg zusätzlich auf Kunststoff – voraussichtlich über den Einkaufspreis der Verpackung.
- Bußgelder für PPWR-Verstöße gelten in Deutschland ab 12.02.2027.
- Preise der Systeme für 2027 sind noch nicht veröffentlicht.
11. 7 Wege, Lizenzkosten zu senken
- Kunststoff reduzieren: Papierklebeband und Papierpolster statt Luftpolsterfolie.
- Monomaterial statt Verbunde wählen.
- Kartongröße an das Produkt anpassen – weniger Karton, weniger Kilogramm.
- Frühbucherrabatt nutzen (Reclay bis 25 %).
- Nicht überlizenzieren; Mengen korrigieren, wo möglich (Lizenzero bis 31.08., Grüner Punkt bis 10 %).
- Jedes Jahr vergleichen und die Kündigungsfrist im Blick behalten.
- Ab ≈ 2.000 kg individuellen Tarif anfragen.
12. Ihre Jahresrechnung
Jahreskosten = LUCID (0 €) + Lizenzentgelt pro kg + Mindestentgelt des Systems + Bevollmächtigter (wenn Sie im Ausland sitzen) + Dienstleister (freiwillig) + weitere EPR-Register (falls zutreffend).
- Kleiner Händler, deutsches Unternehmen (bis 500 kg): ≈ 19–295 € / Jahr
- Kleiner ausländischer Händler mit Bevollmächtigtem (bis 500 kg): ab ≈ 75 € / Jahr, häufig 250–650 €
- Mittlerer Händler (2.000–5.000 kg): ≈ 800–3.000 € / Jahr
- Großer Händler (ab 10.000 kg): ab ≈ 3.500 € / Jahr (individuell)
13. Was Verpackungs-EPR in Europa kostet
Einen europaweiten Preis gibt es nicht. Die PPWR harmonisiert die Regeln, aber Register, Systeme, Entgelte und Meldungen bleiben national.
| Land | Register / System | Bevollmächtigter für ausländische Händler | Richtwert Bevollmächtigten-Paket pro Jahr* | Besonderheit |
|---|---|---|---|---|
| Deutschland | LUCID / 10 Systeme | ja, ohne deutsche Niederlassung | ab ≈ 55 €, je nach Menge deutlich mehr | öffentliches Register; Amazon prüft automatisch |
| Niederlande | Verpact | ja | ≈ 160 € | Entgelt erst ab 50.000 kg pro Jahr |
| Belgien | Fost Plus, Valipac | ja | ≈ 250 € | Haushalts- und Industrieverpackungen getrennt |
| Frankreich | Citeo / ADEME | ja | ≈ 250 € | Triman-Logo und Sortierhinweise |
| Spanien | Ecoembes / MIRE | ja | ≈ 320 € | eigene Steuer auf Kunststoffverpackungen |
| Schweden | NPA | ja | ≈ 370 € | Registrierung im staatlichen Register |
| Österreich | ARA / EDM | ja | ≈ 480 € | Bevollmächtigter für Versandhändler Pflicht |
| Italien | CONAI | ja | ≈ 500 € | Umweltbeiträge nach Material |
| Polen | BDO-Register | ja | ≈ 500 € | Jahresbericht im BDO |
| Irland | Repak | ja | ≈ 1.640 € | einer der teuersten Märkte |
* Preise für Länder außer Deutschland nach Preisliste des Anbieters TBA Global (August–September 2026), Lizenzentgelt pro kg kommt separat hinzu.
14. Bußgelder und versteckte Kosten
- Nachlizenzierung: volles Lizenzentgelt für jedes versäumte Jahr. Ein Bußgeldverfahren schließt das nicht aus.
- Bußgeld: bis 200.000 € bei fehlender Systembeteiligung, bis 100.000 € bei fehlender Registrierung oder Vollständigkeitserklärung (§ 66 VerpackDG, zuvor § 36 VerpackG). Verhängt werden die Bußgelder von den Landesbehörden; die ZSVR meldet Verstöße an sie – für 2019–2022 rund 20.750 Verdachtsfälle, die Hälfte davon ausländische Unternehmen. Mehr zu Bußgeldern
- Vertriebsverbot: Nicht lizenzierte Verpackungen dürfen nicht verkauft werden.
- Abmahnung durch Mitbewerber: ≈ 280–1.600 € Anwaltskosten (typisch 800–1.000 €); Vertragsstrafe 3.000–5.000 € im Wiederholungsfall. LUCID ist öffentlich – jeder kann prüfen.
- Amazon-Sperre: Umsatzausfall bis zur Reaktivierung (2–5 Werktage nach Korrektur).
Häufige Fragen
Ist die LUCID-Registrierung kostenlos?
Ja, die ZSVR bestätigt das offiziell. Sie zahlen nur an das duale System.
Was kostet eine Verpackungslizenz 2026?
Für Kleinstmengen ab ≈ 12 € pro Jahr, übliche Mindestentgelte liegen bei 23,90–89 €. Darüber wird nach Gewicht abgerechnet: im Schnitt ≈ 0,26 €/kg Papier und ≈ 1,17 €/kg Kunststoff.
Gibt es eine Mindestmenge, unter der keine Lizenz nötig ist?
Nein. Lizenzpflichtig ist schon das erste Paket an Privatkunden.
Welches duale System ist am günstigsten?
Bis ≈ 50–100 kg meist Reclay activate. Bei größeren Mengen oder viel Kunststoff oft EASY-LIZE, VerpackGo oder Lizenzero. Vergleichen Sie Ihre Mengen im Rechner.
Muss ich als Amazon-FBA-Händler auch den Versandkarton von Amazon lizenzieren?
Ja. Die Versandverpackung lizenziert der Händler, nicht Amazon.
Braucht ein ausländisches Unternehmen einen Bevollmächtigten?
Seit 12. August 2026 ja – ohne deutsche Niederlassung und bei Verkauf an deutsche Verbraucher.
Wie wechsle ich das duale System?
Kündigen Sie fristgerecht (meist 3 Monate zum Jahresende) und schließen Sie einen neuen Vertrag ab. Das neue System tragen Sie in LUCID ein.
Brauche ich eine Vollständigkeitserklärung?
Nur bei großen Mengen: mehr als 80.000 kg Glas, 50.000 kg Papier/Pappe/Karton oder 30.000 kg Leichtverpackungen pro Jahr.
Wird die Verpackungslizenz 2027 teurer?
Wahrscheinlich ja: Geplant sind die Ökomodulation und möglicherweise eine Kunststoffverpackungsteuer. Offizielle Preise für 2027 gibt es noch nicht.
Übernimmt Amazon die EPR für den Händler?
Nein, die Plattform prüft nur, ob LUCID-Nummer und Systembeteiligung vorliegen.
Ersetzt die PPWR LUCID?
Nein. LUCID bleibt das verpflichtende nationale Register.
Quellen
- ZSVR — Registrierung und Meldung kostenlos
- ZSVR — Bevollmächtigter seit 12.08.2026
- Europäische Kommission – Geltungsbeginn der PPWR
- Verpackungslizenz24 — Preisentwicklung und Durchschnittspreise 2026
- Verpackungslizenz-Vergleich — Mindestpreise, Laufzeiten, Kündigungsfristen
- § 68 VerpackDG – Übergangsvorschriften
- EWKFondsV – Abgabesätze Einwegkunststofffonds
- Händlerbund — Abmahnkosten
Alle Preise sind Richtwerte, netto, abhängig von Menge und Material, geprüft am 8. Oktober 2026. Verbindlich sind nur die Angebote der Anbieter. Wir erhalten keine Provision von dualen Systemen. Für Empfehlungen an einzelne Partner können wir eine Provision erhalten; das hat keinen Einfluss auf die hier genannten Preise. Dieser Artikel ist keine Rechts- oder Steuerberatung.